Wort zum Tag


28.03.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Meistens sitze ich Samstagvormittag an meiner Predigt. Heute „brauche“ ich das nicht – entlastet fühle ich mich diesmal nicht dabei, ist doch so vieles damit verbunden. Etwa dass unsere Gemeinde schon den 2.Sonntag in Folge nicht zusammenkommen kann, dass gemeinsames Beten, Hören und Singen stumm bleiben.

Ich werde natürlich trotzdem morgen „in die Kirche gehen“. Sonst machen meine Frau und ich das sogar im Urlaub und sind jedes Mal bewegt, wenn wir mit ganz Fremden Gottesdienst feiern. Oft verstehen wir kaum ein Wort, aber spüren, hier sind Menschen die ihr Leben in einer Verbindung zu Gott sehen und dafür dankbar sind.

Unvergessen in einer französischen Kleinstadt: Die Kirche am Marktplatz, davor buntes und lautes Markttreiben. Trotzdem bleibt die Kirchentüre auch während des Gottesdienstes weit offen – das Gehupe und Geschreie außen stört komischerweise nicht, unter den Kirchgängern ist so eine Konzentration, die wie eine Schallschutzmauer wirkt. Als der Priester zur Kommunion einlädt, füllt sich plötzlich der Kirchenraum. Als hätte es sich an den Marktständen rumgesprochen, strömen die Leute rein, empfangen die Hostie und bleiben bis zum Segen. Trotz Sonntag war da Kirche mitten im Alltag – selbst die Geschäftstreibenden hatten eine kleine „Atempause bei Gott“.

Ganz kommt bei mir diese Nähe nicht auf, wenn ich einen Gottesdienst im Fernsehen oder im Internet anschaue. Da fehlt z.B. der Hall eines Kirchenschiffs, sodass mein Mitsingen eigenartig klingt. Ich will die kommenden Sonntage lernen, da unbeirrt mitzusingen und mitzubeten – bin gespannt, ob mich dies dann auch heimisch macht.

Die sonntägliche Gottesdienstübertragung im ZDF ist sicher am bekanntesten. Er kommt diesmal aus Ingelheim in Hessen und beginnt um 9.30Uhr. Um 10.15Uhr überträgt das Bayerische Fernsehen eine Messe mit Kardinal Reinhard Marx.

Ganz besonders hinweisen möchte ich auf den „Sofa Gottesdienst“! Das Pfarrersehepaar Hoepfner aus Offenhausen bietet den jetzt jeden Sonntag um 10Uhr an – direkt aus der Nikolauskirche. Schauen Sie rein unter www.offenhausen-evangelisch.de.

Auch Lauf hat unter seinen 4 Pfarrern technisch versierte. Sonntags um 10Uhr darf man unter www.lauf-evangelisch.de dabei sein.

Prediger Alexander Pauli von der LKG Hersbruck lässt uns teilhaben an seinem Gottesdienst unter https://youtu.be/m_5YAZDeL5s .

Auch der Kigo-Hinweis vom letzten Sonntag, den Martina Reif uns gegeben hat, gilt weiterhin! Der Link zum Youtubekanal lautet: https://m.youtube.com/channel/UCsnIncp_DV3YPMkif-4Npgg?view_as=subscriber

Und es gibt auch eine Instagram Seite ("online kindergottesdienst")!

Ganz wichtig: Unsere Kirche ist offen! Gehen Sie gerne rein und zünden eine Kerze an.

Wir beteiligen uns natürlich am gemeinsamen ökumenischen Festgeläut! An allen Sonn- und Feiertagen werden um 9.00 Uhr 5 Minuten lang alle Glocken läuten – im ganzen Dekanat!

So werden wir den Sonntag wieder gemeinsam überstehen.

In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle


27.03.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Genau eine Woche ist es her: Die Anordnung der Ausgangssperre für Bayern. Man könnte sagen, wir haben also schon eine Woche überstanden! Oder wir fragen eher skeptisch, wieviel steht uns noch bevor - haben wir den langen Atem, sprich die Geduld?

Geduld ist ja grundsätzlich eine gute Sache, von der wir nie genug haben können. Wir bewundern es bei Menschen in südlichen Ländern, die unsere Pünktlichkeit und Taktung nicht haben und alles Warten mit stoischer Geduld ertragen.

Eine Tante, bei der ich öfter die Ferien verbracht habe, hat leidenschaftlich gerne Patiencen gelegt; ein Kartenspiel, wo geduldig Karten aufgedeckt werden, bis es eine passende Reihe ergibt. „Patience“ heißt übersetzt ‚Geduld‘, auch das deutsche Wort ‚Patient‘ stammt davon. Das kommt wahrscheinlich aus der Zeit, als Patienten noch viele Wochen eine Krankheit ausheilen mussten, Tbc-Kranke oft Monate in Quarantäne.

‚Geduld‘ verkörpert haben im Mittelalter die Säulenheiligen – fromme Mönche, die ihr Leben in äußerster Bescheidenheit auf einer Säule zubrachten. Sie wurden nicht für verrückt erklärt, sondern bewundert – eben für ihre Geduld. Leider wollten sie auch dem lieben Gott was beweisen und das war eigentlich unnötig.

Was hilft, um Geduld zu lernen?

Ich denke zunächst die Erkenntnis, wo man aus lauter Ungeduld ständig gegen Wände rennt. In der Bibel heißt es dazu im Buch der Sprüche: „Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte einnimmt.“ (Spr.6,32). Oft kommt man mit Geduld wirklich weiter.

Dann steckt in dem Wort ‚Ge-duld‘ auch ‚dulden‘ drin – etwas sein lassen können, so wie es gerade eben ist, ohne sich ständig dagegen aufzulehnen oder aufzuregen. Zu Beginn der Fastenzeit habe ich mir unter meinen Bildschirm eine Erinnerung geklebt: „Nicht ablehnen, nicht auflehnen! Wahrnehmen, Zulassen!“ Damals habe ich das Ausmaß der Corona-Krise noch nicht geahnt – und jetzt hilft diese Erinnerung täglich.

Auch ja: Gottes guter Geist bewegt uns ja auch – und der hat ‚Geduld‘ mit im Gepäck: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue“ (Gal.6,22)

In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle


26.03.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Wir hatten im Dekanat vereinbart, dass an allen Sonn- und Feiertagen um 9 Uhr alle Kirchenglocken 5 Minuten läuten sollen, auch die der katholischen Kirchen. Damit wollen wir daran erinnern, dass wir uns als Gemeinde eigentlich sonst zum Gottesdienst treffen - was derzeit ja nicht möglich ist. Natürlich soll auch zum Gebet eingeladen werden.

Dann ging Sonntag abends eine Whatsapp-Meldung rum, dass um 21Uhr alle Kirchenglocken in Deutschland und Italien läuten werden, um zum gemeinsamen Gebet aufzurufen. Wer mitbetet, sollte eine Kerze ins Fenster stellen. Da wir ja schon morgens geläutet hatten, bin ich dem Aufruf dann nicht nachgekommen. Etliche aus den Dörfern fragten dann nach, warum wir nicht geläutet hätten, abends um 9Uhr – sie hätten ihre Kerze ins Fenster gestellt und auf den Glockenklang gewartet.

Ich spüre dabei, welches großes Bedürfnis da ist, gerade in diesen Zeiten zu beten – und indirekt auch gemeinsam. Mir geht es auch so. Die vielen Gedanken, die mir durch den Kopf schwirren, sind eigentlich Gebetsrufe: „Herr hilf!“. Auch wenn ich im Geiste durch die Gemeinde gehe und die vielen Leute vor Augen habe, bete ich für jeden einzelnen.

Das ist mir wichtig, schon allein deshalb, weil ja die praktischen Hände gebunden sind, aber die „betenden Hände“ nicht gebunden werden können. Diese Freiheit kann uns keiner nehmen.

Mancher hat mir in diesen Tagen erzählt, wie gerade das Beten sie hindurchträgt und zur Ruhe kommen lässt. Tiefes Vertrauen strömt in uns hinein – wie man das auch an dem Bild mit dem Kind sieht.

Bei Katastrophen ist es mit dem Beten immer so eine Sache: Wir können sie nicht weg-beten, wir können nur um Kraft und Hilfe in der Herausforderung bitten. Das Gebet macht uns nicht zu Zauberern, wir erkennen eher unsere eigene Ohnmacht und sind gespannt, wie Gott uns durch diese Herausforderung begleitet. Viele kennen da den Satz: „Gott hilft uns nicht am Leiden vorbei, aber er hilft uns hindurch“.

Wiederum darf man auch Wunder erwarten. Wie stark z.B. hat doch 1945 das Gedicht von Reinhold Schneider die Christen durch die letzten Kriegstage getragen mit den Worten: „"Allein den Betern kann es noch gelingen, // Das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten…“.

Es bleibt ein Geheimnis mit dem Beten – es ist ja das „Atmen des Christen“.

In dieser unfreiwilligen Auszeit könnte uns auch eine weise Einsicht der Teresa von Avila einen ganz anderen Anstoß geben: „Beten ist Verweilen bei einem Freund.“ Verweilen – die jungen würden sagen „Chillen“. Einfach die Nähe des Freundes genießen, ohne etwas sagen zu müssen, sich schlicht aufgehoben fühlen.

In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle


25.03.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Diese Tage sind eine Ausnahmesituation, wie unsere Bundesrepublik sie sei ihrem Bestehen noch nicht gehabt hat. Ich darf mich bereits zu einer Generation zählen (Jg.1959), die nur erlebt hat, dass es aufwärts geht.

Als Kinder haben wir uns unseren Vater immer wieder gebettelt, er solle doch was vom Krieg erzählen. Wir erwarteten uns natürlich Helden- und Abenteuergeschichten. Wie für die meisten Kinder, waren die Eltern grundsätzlich Helden. Wir glaubten, dass sie uns vor allem Bösen schützen und es vertreiben können. Jetzt ist es übrigens gerade die ältere Generation, die von den Jüngeren geschützt werden muss.

Mein Vater wollte nicht von dieser schrecklichen Zeit erzählen - er (Jg.25) war an der Westfront und kam von dort 4 Jahre in Kriegsgefangenschaft. Nebenbei: Weihnachten konnte damals in Frieden feiern – ohne sich abzusprechen, gönnten sie die feindlichen Linien an diesem Tag einen Waffenstillstand. Ansonsten war sein Leben öfter in höchster Gefahr - das ist das wenige, was mir trotzdem in Erinnerung ist. Und dass er im Schützengraben Gott ein Gelübde gab, wenn er wieder rauskomme, wollte er ihm zur Verfügung stehen. Er ist dann kein Pfarrer geworden, sondern Techniker bei IBM, hat aber sein Leben lang ehrenamtlich Suchtkranke aktiv im Blauen Kreuz betreut. Jetzt ist er im Altenheim – leider dürfen wir ihn z.Zt. nicht besuchen.

Wie steht man so ein langes Leben durch? In der „Sendung mit der Maus“ gab es mal einen sehr zu Herzen gehenden Bilderbuchfilm: „Opas Engel“ (wenn man es googelt, findet man auch eine Möglichkeit ihn im internet anzusehen).

In der Beschreibung heißt es: „Er war stets der Mutigste, kletterte auf die höchsten Bäume und sprang in die tiefsten Seen - nicht ahnend, welchen Gefahren er sich aussetzte ... Wie war das möglich? Weshalb liefen brenzlige Situationen meistens glimpflich ab? Opa hatte das ganz große Glück, dass jemand auf ihn aufpasste! Wenn sein Enkel ihn besuchte, hing Opa gern seinen Erinnerungen nach: "Junge, mir konnte keiner was. Jeden Morgen lief ich über den großen Platz zur Schule. Ich hatte es eilig und mein Ränzel war schwer. Einmal hätte mich fast ein Bus erwischt ..."

Noch heute ist der beliebteste Taufspruch Psalm 91,11: „Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“. Es ist kein Automatismus, der sich uns aufdrängt. Es geschieht eher im Verborgenen und Gottes Fürsorge ist auch nicht nur auf dieses Erdenleben beschränkt.

In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle


24.03.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Die Ausgangssperre wirkt natürlich auch in unsere Familie hinein. Die Kinder sind alle zuhause und so wird es wahrscheinlich auch die nächsten Wochen sein – sonst eine besondere Situation, höchstens mal am Wochenende: alle an einem Tisch und das täglich.

Natürlich sind wir auf dem Dorf privilegiert – wir hocken nicht ständig aufeinander wie in einer kleinen Wohnung. Wir haben einen Garten und nicht nur einen Balkon.

Bei uns prallen eher unterschiedliche Erwartungen auf einander  - die einen sehen es relaxt, die anderen haben ständig den Eindruck, sie müssten was tun, können aber nicht so richtig. Da fair miteinander umgehen - ohne sich gegenseitig abzuwerten - ist nicht leicht.

Wie jetzt in den Corona-Zeiten gutes Zusammenleben gelebt werden kann – diese Frage ist in der Gesellschaft angekommen.

Das Magazin, „DER SPIEGEL“ hat als Aufmacher: „Coronaferien? Das klingt harmloser, als es ist. Vor Familien liegen Wochen voller Frust, Konflikte, Streit.“ – im Anschluss daran, gibt gleich ein Psychologe gute Ratschläge.

Einen Schritt weiter geht der wohl meistgelesene christliche Autor, Pater Anselm Grün. Er muss im Vorfeld geahnt haben, dass da auf die Gesellschaft eine neue Herausforderung zukommt. Er hat ein Buch geschrieben: ‚Quarantäne‘! 

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Er schreibt: „Auf einmal lebt man wochenlang an einem Ort, mit den immer gleichen Menschen. Niemand hat das vorher ausprobiert – oder etwa doch? Die Mönche haben seit 1500 Jahren Erfahrungen mit exakt dieser Situation und wissen, wie das Zusammenleben auf engstem Raum klappt.“ So eine Quarantäne ist Lebensschule pur – und das in den eigenen vier Wänden, keiner kann eine Klasse überspringen! Man lernt bestenfalls viel für den Umgang mit sich selbst und mit anderen.

Auch unser Landesbischof greift heute in seiner Morgenandacht, das Problem des Zusammenlebens auf. Er erinnert an das Wort von Jesus aus Mt 7,3: Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? – wir werden halt leicht zu kritisch mit anderen und vergessen in den eigenen Spiegel zu schauen.

Ich bin gespannt, was dieses enge Zusammenleben mit uns in den nächsten Wochen macht – Sie wahrscheinlich auch!

In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle


23.03.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Natürlich feiere ich den Gottesdienst am liebsten mit der Gemeinde in unserer Kirche. Gestern waren meine Frau und ich zwangsläufig in verschiedenen Kirchen „zu Gast“.

Um 9.30h beim ZDF, eine katholische Messe. Um 10.15h beim Bayerischen Fernsehen, ein evangelischer Gottesdienst aus München.

Und schließlich noch per you-tube in der Lorenzkirche in Nürnberg. Der Regionalbischof, Ark Nitsche, hat den Inhalt der Bilder im „Martha-und-Maria“ Seitenaltar erklärt.

Da habe ich einen Gedanken aufgenommen, den ich gerne weitergeben möchte. Er erzählte offen von der Angst, die in ihm oft gerade in den letzten Nachtstunden hochschleicht, Befürchtungen, die das Herz zuschnüren.

Auf dem Lorenzkirchenaltar sieht man Martha, wie sie gelassen einen Drachen an der Leine hält. Auf einem anderen Altarbild ist der Drachen noch abgebildet, wie er rücksichtslos Menschen verschlingt.

Dieser Drache soll vor einem Dorf im Wald gewütet haben – so die Heiligen-Legende – und das ganze Dorf verängstigt haben. Als Martha in dieses Dorf kam, ging sie hinaus zu diesem Drachen und habe ihm nur in seine Augen gesehen. Das habe genügt, dass er sich von ihr binden lies und freundlich wurde.

Die Angst ansehen, nicht ausweichen, und trotzdem dabei um die eigene Stärke wissen – so wie Martha, die mutig auf den Drachen zugeht.

Die Angst wird uns vermutlich in nächster Zeit nicht so einfach in Ruhe lassen, und morgens hochkriechen.

„Nachts ist die Stunde der Dämonen – am hellen Morgen dann die Stunde Gottes“, meint Bonhoeffer. Ähnlich in Johannes 21,4: Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.

Noch ein Hinweis: unser Bürgermeister ist auch sehr besorgt um unsere Gemeinde (war er schon immer). Er weist darauf hin, dass die Nachbarschaftshilfe noch Kapazitäten hat, um etwa älteren Gemeindeglieder zu helfen, z.B. einzukaufen. Bitte einfach bei der Gemeinde, 86400, anrufen!

In herzlicher Verbundenheit,
Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle


22.03.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Heute war ein besonders ruhiger Sonntag – vielleicht wie einer nach dem Sonntagsfahrverbot 2013 nicht mehr.

Als Student hatte ich in Israel mal den Jom Kippur, den Versöhnungstag, erlebt. Orientalische Städte sind ja sehr laut, ein ständiges Gehupe und Marktgeschrei. An diesem jüdischen Festtag ist es dort wirklich absolut ruhig, die Straßen leer, kein Lautsprechergetön aus den engen Gassen – fast unwirklich, auch von den Moslems respektiert. Nur das Schoffar – ein Rinderhorn – kündet ihn an. Es ist dort ein Bußtag, wo einfach mal die „Luft angehalten“ wird, man zur Besinnung kommt.

UND GOTT RUHTE AM SIEBTEN TAG – so heißt es in der Schöpfungsgeschichte. Ein Ruhetag – wenn die äußere Ruhe dazu kommt, ist er sicher eher zu erleben. Leider werde auch ich  - bei zu viel Ruhe – oft innerlich unruhig: wie verbringen wir den Nachmittag, wo fahren wir hin, gehen wir vielleicht was Essen…

Langeweile mal aushalten – ohne sie gleich durch Ablenkung zu verdrängen – ein echtes Experiment mit meist gutem Ausgang.

Gegen strikte Festlegungen, was man am Sabbat, dem Ruhetag, tun darf, war schon Jesus: „Der Sabbat ist für den Menschen da – nicht der Mensch für den Sabbat“. Gott ist ein Freund des Lebens.

Heute an der Kirche haben um 9h die Glocken geläutet – wie im ganzen Dekanat. Ich habe danach die Türen und Fenster aufgemacht und noch Orgeltöne ins Dorf „geschickt“. Vereinzelt kamen Gemeindeglieder – unabhängig voneinander – und haben eine Kerze angezündet und sicher auch gebetet.

Übrigens: Unsere Evangelische Kirche lädt dazu ein, jeden Abend um 19h, auf irgendeine Art im Freien das bekannte Lied „Der Mond ist aufgegangen“ erklingen zu lassen.

https://www.ekd.de/aufruf-balkonsingen-der-mond-ist-aufgegangen-54077.htm

Gestern haben meine Kinder und ich mit unseren Blasinstrumenten schon mal einen Versuch gestartet.

In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle


 

20.03.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Möglichst oft soll ein persönlicher Gruß von Ihrem Gemeindepfarrer auf unserer homepage erscheinen.

Als Gemeindepfarrer lebt man davon, Menschen zu begegnen, für sie da zu sein, mit ihnen gemeinsam Gottesdienste zu feiern…

Das alles ist momentan in der gewohnten Form nicht möglich. Hausbesuche kann ich jetzt nur über das Telefon machen.

  • Ganz wichtig: Unsere Kirche ist offen! Wenn Sie etwa zum Einkaufen mal durch’s Dorf fahren, steigen Sie doch kurz aus, gehen rein und zünden eine Kerze an.
     
  • Wir beteiligen uns natürlich am gemeinsamen ökumenischen Festgeläut! An allen Sonn- und Feiertagen werden um 9.00 Uhr 5 Minuten lang alle Glocken läuten – im ganzen Dekanat!
     
  • Unter http://www.dekanat-hersbruck.de/liturgische-entwuerfe/hausandacht-an-sonntag-laetare-22032020/ finden Sie eine Andacht, die man für sich oder im Kreis der Familie speziell an diesem Sonntag feiern kann.
  • Natürlich kann auch der geplante Kindergottesdienst nicht stattfinden. Unsere Kigo-Mitarbeitern, Martina Reif aus Treuf hat aber einen guten Tipp:

    Hey ihr Lieben!

    In diesen Zeiten gibt es wenig gute Nachrichten.
    Aber auch in dieser Krise entsteht Gutes.🎉 

    Als Gemeinde-Übergreifendes Projekt wird ab Sonntag, den 22.03.2020 um 9:30 Uhr ein online Kindergottesdienst wöchentlich starten! Mit Liedern, Spielen zum Mitmachen, Theater und Impuls! Was für eine Mega-Möglichkeit, dass Kids in ganz Deutschland von Jesus hören können!

    Erzählt euren Gemeinden, kleinen Cousinen und Cousins, Bekannten die Kinder im Grundschulalter haben,Nachbarskindern davon ... Egal wem!

    Der Link zum Youtubekanal lautet:
    https://m.youtube.com/channel/UCsnIncp_DV3YPMkif-4Npgg?view_as=subscriber

    Und es gibt auch eine Instagram Seite ("online kindergottesdienst")!
  • Unser uns allen wohl vertrauter Altensittenbacher Pfarrer, Gerhard Metzger, setzt jeden Tag unter www.kirche-altensittenbach.de eine geistliche Betrachtung mit vielen anregenden Gedanken.

So werden wir den Sonntag gemeinsam überstehen.

Euer Pfarrer Ekkehard Aupperle