Wort zum Tag 30.03. bis 04.04.


04.04.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Unsere Kirche ist eingerüstet, was schon von weitem zu sehen ist, abends wird sie auch angestrahlt. Seit Freitag steht noch ein großer Kran im Kirchenhof. Trotzdem ist die Kirche offen! Gerade in diesen außergewöhnlichen Zeiten soll sie einladen zum stillen Verweilen und Beten.

Leider ändern die offenen Türen nichts an der Tatsache, dass wir auch morgen keinen gemeinsamen Gottesdienst in unserer Bartholomäuskirche feiern – morgen wäre sogar Konfirmation gewesen. Um 9h wird aber das dekanatsweite Festgeläut erklingen.

So bitten wir trotzdem wieder die Gemeinde, den Sonntagvormittag bewusst Zeit mit Gott zu suchen. Vielleicht suchen Sie eher einen stillen Moment, sitzen mit dem Gesangbuch auf der Terrasse. Im „grünen“ Bereich, dem hinteren Teil des Gesangbuchs, gibt es Gebete zu allen Lebenslagen. Manchmal tut es gut, seine eigenen Fragen und Sorgen in den Worten anderer wiederzufinden.

Viele werden sicher wieder den Fernseher einschalten: Die sonntägliche Gottesdienstübertragung im ZDF ist da am bekanntesten. Diesmal ist es eine katholische Messe aus dem Stephansdom in Wien. Um 10.30Uhr handelt ein Beitrag im Bayerische Fernsehen vom Thema „Vergebung“, bevor um 11.00 Uhr nach Rom geschalten wird zur Palmsonntagsprozession.“.

Wer im internet „unterwegs“ sein kann, darf sich erneut freuen auf den „Sofa Gottesdienst“! Das Pfarrersehepaar Hoepfner aus Offenhausen bietet den jetzt jeden Sonntag um 9.07 Uhr an – direkt aus der Nikolauskirche. Schauen Sie rein unter www.offenhausen-evangelisch.de . Um 10.30 Uhr darf man unter www.lauf-evangelisch.de in der dortigen Christuskirche dabei sein.

Prediger Alexander Pauli von der LKG Hersbruck lässt uns teilhaben an seinem Gottesdienst unter

https://www.youtube.com/watch?v=tMx7x8NoA4Q&t=7s

Auch der Kigo-Hinweis von Martina Reif gilt weiterhin! Der Link zum Youtubekanal lautet: https://m.youtube.com/channel/UCsnIncp_DV3YPMkif-4Npgg?view_as=subscriber

Und es gibt auch eine Instagram Seite ("online kindergottesdienst")!

„Eingerüstet und doch offen“ – unsere Kirche! Hoffentlich können die Arbeiten bis Ende des Jahres fertiggestellt werden.

Aber unser Glaubensleben bleibt eine lebenslange Baustelle. Der Apostel Paulus nennt uns in diesem Zusammenhang einen „Tempel“, an dem Gott mitbaut. ‚Tempel‘ – also ein heiliges Haus. Nicht umsonst nennen wir uns im Glaubensbekenntnis „die Gemeinschaft der Heiligen“. Damit ist nicht was abgehobenes gemeint, „heilig“  steht für „abgesondert – zu Gott gehörig“. Diese Verbindung suchen wir – täglich oder manchmal auch nur ab und zu.

Für Gott sind wir dann so wichtig wie sein „Augapfel“ – er hat uns ständig im Blick.

Darum bitten wir mit Psalm 17: „Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel“.

Soll uns dieses Gebet durch den morgigen Sonntag tragen!

In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle


03.04.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

„Schöne Luftqualität“ – so die Überschrift der Zeitung heute. Die Stadt Nürnberg erreicht ihr Klimaziel für 2020. Ganz ehrlich, mir gefällt z.Zt. auch, dass ich nicht nur Kondensstreifen sehe, wenn ich zum Himmel schaue. Gut - wir sind in dieser Welt auf Austausch und Begegnung auch mit fernen Menschen angewiesen, aber wieviel unnötiger Luftverkehr findet gerade einfach nicht statt?

Eigentlich mal eine gute Nachricht – wenn damit nicht so viel anderes verbunden wäre.

„Schöne Luftqualität“ – am Land sind wir da sowieso relativ gut dran und manchmal genießen wir es auch bewusst. Ganz bewusst atmen – das versuche ich jetzt öfter. Ich spüre, wie die frische Luft meine Nasenraum streichelt; wie ich anfange, langsamer zu atmen, wie ich spürbar ausatme.

Ein Geschenk, das nichts kostet, und mir sehr viel gibt. Ich weiß auch um Menschen, die durch Einschränkung der Atemfähigkeit schmerzlich Lebensqualität vermissen.

Die Mönche verbinden das Beten mit dem Atmen, im sogenannten „Herzensgebet“, das im Grunde ein Atemgebet ist. Beim Einatmen sprechen sie: „Herr, Jesus Christus,“ – und beim Ausatmen: „erbarme dich unser“. Dabei wird der Atem ruhiger und bei häufigen Wiederholen, läuft es im Unterbewusstsein mit und andere Gebetsanliegen werden mit bewegt.

Ich bewundere all die, die dabei nicht ständig mit ihren Gedanken abschweifen – mir passiert das oft – es ist halt auch eine Frage der Übung und der Konzentration, d.h. der Suche nach der Mitte von allem.

Beten nennt man sogar „das Atmen des Christen“. Wir brauchen es, damit der Glaube nicht erstickt. Dabei beten wir mehr als wir vermuten, so wie der Atem kommt und geht, auch wenn wir nicht bewusst dran denken. In wie vielen Stoßseufzern z.B. steckt nicht ein Gebet? Auch für den Dank braucht es eine Adresse – wem danken wir, wenn nicht Gott, wenn wir dankbar sind?

Es braucht nicht vieler Worte. Jesus sagt: „Euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.“ (Mt 6,8). Wir dürfen also entspannen – verweilen bei einem Freund, wie ich am 26.3. schon ausführte.

Ich verstehe auch, wenn gerade bei manchen die Sorgen ein Gebet im Keim ersticken. Der treueste Beter ist Christus selbst, und er bittet für uns – er ist unser Fürsprecher.

Den Atem hat man zudem als Bild genommen, um Gottes Gegenwart in der Welt zu beschreiben - „Du bist der Atem der Ewigkeit“!

Vielleicht gelingt es uns ja, die „Schöne Luftqualität“ jetzt, wo es zwangsläufig ruhiger geworden ist, mit noch viel mehr in Zusammenhang zu bringen!

In herzlicher Verbundenheit

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle


  P.S. In der guten Sittenbächer-Luft hing heute auch ein Kran,

         der auf den Kirchplatz# gehievt wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 


02.04.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Als besonderen Segen für mich als Pfarrer empfinde ich in dieser Kirchengemeinde die breite Unterstützung bei Gottesdiensten durch andere Verkündiger. Wir haben einen Lektor, einen Prädikanten und einen Pfarrer, ehemals im Schuldienst. Ab und zu treffen wir uns zum brüderlichen Austausch, was mir auch sehr gut tut. Es ist eine Vielfalt, die auch der Kirchengemeinde zu Gute kommt. Jeder bringt in Gottesdienst und Predigt ja indirekt auch sich selbst, sein Leben und seine Lebensgeschichte ein – ein breites Band an Erfahrungen. Damit können auch mehr Seiten des Lebens in Beziehung zu Gottes Wort gesetzt werden. Beim „Wort zum Tag“ darf das auch zum Tragen kommen.

Erich Söhnlein, der unser Lektor ist, kam Dienstag schon zu Wort, heute lässt uns Alfred Engelhard, unser Prädikant, an seinen Gedanken teilhaben.

In herzlicher Verbundenheit

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle

Gedanken zum aktuellen Zeitgeschehen

Ja, unsere aktuelle Zeit – die weltweite Coronavirus-Krise – ist wohl eine ganz besondere Zeit. Die Worte in der Bibel scheinen in diesen Tagen besonders laut und deutlich zu sprechen; vielleicht will die Liebe Gottes unsere Herzen neu berühren, um das Wesentliche in unserem Unterwegssein zu erkennen.

Viele Ereignisse in der Bibel erzählen von dem was in diesen Tagen geschieht. Sie lassen uns getrost aufschauen und von Herzen auf Jesus vertrauen …

Seit dem 20. März brennt bei uns am Abend von ca. 19.00 Uhr bis etwa 21.00 Uhr auf dem Balkongeländer die »Corona-Kerze«.

Es tut uns gut sie anzuzünden und unter anderem mit Gedanken aus dem Lied von Matthias Claudius „Der Mond ist aufgegangen“ an Menschen in der Nachbarschaft, in unserem Dorf, in der Gemeinde und darüber hinaus zu denken.

Gott, lass dein Heil uns schauen,

und nichts Vergänglichs trauen,

nicht Eitelkeit uns freun …

… verschon uns, Gott, mit Strafen

und lass uns ruhig schlafen.

Und unsern kranken Nachbarn auch.

Von Herzen – seid und bleibt in Gottes Liebe geborgen –

Alfred


01.04.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Wie bei den meisten Ereignissen, teilen sich die Menschen auf in zwei Gruppen: die einen machen sich viele Gedanken, die anderen weniger Gedanken.

Es ist vielleicht eine besondere Gabe, wenn man Dinge locker wegstecken kann. Und es kann eine Last sein, wenn einen manche Dinge extrem nachgehen und man eben nicht abschalten kann.

Menschen, die unsere Welt als Gottes Welt und Schöpfung sehen, fragen sich in diesen Tagen besonders: „Will uns Gott ein Zeichen schicken?“ Ein ehemaliges Gemeindeglied aus Hof, die den Kontakt zu uns als Pfarrfamilie nie hat abreißen lassen, fragte mich die Tage, ob Gott mit Corona eine Plage geschickt hat – sie dachte an die Plagen, die Gott dem Land Ägypten zugemutet hat, damit der Pharao das Volk Israel aus dem Land ziehen lässt. Und da sind Seuchen dabei.

Das ist allerdings ein gefährlicher Gedanke! Er unterstellt Gott etwas, dem Schöpfer, der dem Menschen in allem mit seiner geduldigen Liebe begegnen will, von dem die Bibel sagt; „

Seht ihr nicht, dass er euch durch seine Güte zur Umkehr bewegen will?“ Röm 2,4. In einem gemeinsamen Bischofswort für diese Tage wird vor Gedanken gewarnt, die Gott etwas unterstellen und sich damit über Gott stellen.

So betonen die Bischöfe: „Als Christen sind wir der festen Überzeugung: Krankheit ist keine Strafe Gottes – weder für Einzelne, noch für ganze Gesellschaften, Nationen, Kontinente oder gar die ganze Menschheit. Krankheiten gehören zu unserer menschlichen Natur als verwundbare und zerbrechliche Wesen. Wir Menschen sind verwundbar und verletzlich. Gott ist ein Freund des Lebens. Er liebt uns Menschen und leidet mit uns. Gott will das Unheil nicht. Nicht das Unheil hat darum das letzte Wort, sondern das Heil, das uns von Gott verheißen ist.“ (siehe www.dbk.de/themen/coronavirus/

Trotzdem gibt uns diese Krise natürlich  F r a g e z e i c h e n  auf – auch im Bezug zu Gott. Sie stellt mich selbst in-frage: wo hab ich auf Sicherheiten gebaut, die jetzt brüchig sind – was füllt mein Leben aus, wenn ich nicht ständig durch Beschäftigung abgelenkt bin?

Da lande ich zwangsläufig bei der Frage: Wie steht es um meine Beziehung zu Gott! Trägt sie mich? Gut, dass ich da nicht endgültig fertig sein muss mit ihm, sondern immer neu anfangen kann.

Also ist es doch heilsam, sich in diesen Tagen Gedanken zu machen!

In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle


31.03.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Eigentlich treffen wir uns jeden Monat einmal zum Männerfrühstück – in der Regel am 2.Samstag. Das geht natürlich nicht, trotzdem sind wir im Austausch – per mail.

Erich Söhnlein, der ja unser Lektor ist, hat zunächst an die Männer geschrieben – ich dachte, diese Gedanken sollten auch die Gemeinde erreichen.

Erich Söhnlein ein großes Danke, dass ich seine Überlegungen hier teilen darf!

In herzlicher Verbundenheit

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle

Erich schreibt:

Für mich hat das Virus eine gute, für meinen Egoismus gute, Seite: Durch 100% Homeoffice kann ich länger schlafen, bin produktiver und habe noch Zeit, nach Feierabend was anderes zu machen. Vor Corona habe ich ca. 15-20h pro Woche im Auto zugebracht. Das ist jetzt weg. Und trotz Homeoffice geht nicht wirklich viel Produktivität verloren. Das ist sicher nicht bei jedem so, aber bei mir und meinen Leuten ist es so. Vielleicht ein Luxus von einer Zentralabteilung wie unserer.

Jetzt die schlechte Seite: Seit letzten Mittwoch haben wir erstmal „Shut-Down“ bis Ende dieser Woche. Danach geht es bis Ende April mit Kurzarbeit weiter – was natürlich weniger Gehalt bedeutet. Wie es nach dem April weitergeht, wird der April zeigen. Alles ist möglich, es gibt auch keine undenkbaren Gedanken mehr, solange es der Firma hilft.

Die Viruszeit ist für mich persönlich auch eine Zeit des Abstandes. Abstand von vielen mir lieben Menschen. Wie gerne hätten wir am Sonntag gegrillt mit Freunden. Wie gerne würden wir zur Oma zum Kaffee gehen. Wie gerne würde ich in die Kirche gehen und Gemeinde erleben. Die Versuchung ist groß, einfach die Regeln zu brechen … ich tue es trotzdem nicht. Noch nicht.

Abstand auch von vielen Gewohnheiten, die ich für in Stein gemeißelt hielt: Ich muss doch reisen für meine Arbeit – nein muss ich nicht / ich muss doch ab und zu im Restaurant essen – nein muss ich nicht / Urlaub muss ich doch im weit weg verbringen – nein muss ich nicht / ich muss doch alles sofort und in allen Mengen kaufen können – nein muss ich auch nicht, dann gibt’s halt was anderes.

Ich fange an, Alternativen zu sehen. Einiges davon wird sicher auch für die Zeit nach Corona bleiben, es war nicht alles gut und notwendig vor Corona, das kann jetzt hinterfragt werden.

Ich spreche ja immer noch mit vielen Leuten. Klar, und jeder hat so seine Gedanken, warum so ein Virus gerade jetzt kommt. Da sind die Nüchternen, die sagen: Wenn man wilde Tiere isst, dann kommt sowas halt vor. Und wenn man dann sowas nicht ernst nimmt, dann kommt es halt soweit. Und sowas in der Art hat es früher auch schon gegeben. Also - wir werden es überstehen.

Dann sind andere, die die Pandemie in Bezug zu Gott sehen. Ich persönlich sehe mich da in der Mitte dieser beiden Ansichten angesiedelt. Was geschieht, hat einen Urbezug zu Gottes Plan und Wirken auf dieser Welt und für diese Welt. Zugleich aber ist das Virus in der Welt, weil es faktische Gründe dafür gibt, und weil es Viren gibt und die sich ständig ändern und sich mit RNA-Mutationen immer neue Wirte erschließen, darunter auch der Mensch. Viren sind Urbausteine des Lebens. Und manche neuen Viren sind halt nicht gut für uns.

Gott aber hat uns viel Rüstzeug für Krisen gegeben. Gott gibt mir Mut, Vertrauen und Gelassenheit, mit der Situation umzugehen. Er gibt mir Geduld und Zuversicht, dass danach das Leben weitergeht. Er gibt mir Weisheit, dass das Leben so viele Aspekte hat, dass durch die Krise auch Neues entstehen kann. Gott ist mit all seinen Zusagen bei mir, dass meine Seele nicht verloren geht, nicht von Angst gefressen wird. Gott gibt mir Kraft, zu erkennen, dass Liebe nicht nur von Umarmungen und Händeschütteln getragen wird, sondern auch indirekt, aus der Ferne wirken kann (wer weiss vielleicht sogar besser). Gott hält sein Wort.

Ja, und noch ein Wort zur Offenbarung, dem etwas konfusen letzten Buch der Bibel: Für mich ist die Offenbarung kein verbotenes Buch. Es ist eher ein Mut-mach-buch, auf das was Gott für uns bereithält. Es ist ein Buch zur Sinnesschärfung, dass wir nicht zu leichtfertig aus eigener Kraft leben wollen und plötzlich übersehen, welcher breite Weg von der Verheißung Gottes wegführt. Findet man Corona in der Offenbarung? Nein. Nicht direkt. Die Frage ist nur, wen werden wir nach der Krise anbeten? Den, der die Krise (und die Nächste und die Nächste) gelöst hat, oder den, der uns durch die Krise Kraft gegeben hat? Das ist die Frage, die die Offenbarung stellt. Nicht den falschen anbeten … Fest bleiben bei dem, der für uns gestorben und auferstanden ist, damit wir alle das ewige Leben haben können.

Macht’s gut, bleibt gesund und Gottes Segen,

Erich


30.03.2020

Liebe Sittenbächer Gmaa!

Was ist tröstlich in diesen Tagen, was gibt Trost? Vielleicht Nachrichten, dass mancherorts die Infektionszahlen zurückgehen – andernorts sind sie dann wiederum am Steigen. Echter Trost kann also nicht schlecht eine Entwarnung sein oder die Aufforderung, alles wieder anlaufen zu lassen.

‚Trost‘ braucht man mittendrin, nicht danach.

Vielleicht kommt man der Frage, was gibt Trost, am ehesten auf die Spur, wenn man nach Bildern sucht. Ein „Trostbild“ ist für mich, wenn ich beim Anschauen auf andere, hoffentlich gute Gedanken komme.

Vor einigen Jahren sah man in vielen frommen Wohnstuben eine Figur. Die Diakonisse Dorothea Steigerwald hatte sie in Ton geformt – wahrscheinlich tausendfach wurde diese Figur dann nachmodelliert. “Bleib sind Kind“ wird sie genannt – ein Kind schmiegt sich in eine große, feste Hand. Es scheint sich darin sicher zu fühlen, aufgehoben, geborgen.

Wir hatten auch mal so eine Darstellung bei uns zuhause – irgendwie ist sie dann verschwunden, so wie sie auch in den Katalogen christlicher Verlage nicht mehr angeboten wird. Vielleicht hat sich der Geschmack verändert und man fand das irgendwann zu kitschig.

Trotzdem: Das Trostbild schlechthin, das wir in unseren Köpfen abgespeichert haben,  ist wahrscheinlich die Situation, wenn wir als Kinder uns weinend in die Arme der Mutter geflüchtet haben, darin hemmungslos heulen durften, und nach eine gewissen Zeit uns beruhigt haben. Erst dann konnte das Pflaster auf die Wunde geklebt werden, vorher hätten wir nur laut Aua geschrien.

Gehen wir doch in den nächsten Tagen mal gedanklich auf Spurensuche nach Trostsituationen oder Trostbildern. Was kann mir davon heute wieder etwas bedeuten?

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ (Jesaja 66,13)! Die Bibel hat also die „Muttersprache des Trostes“, darin ist sie beheimatet.

Papst Franziskus hat das neulich so vertieft: „Den Trost, den wir inmitten der stürmischen Ereignisse benötigen, ist eben die Gegenwart Gottes im Herzen. Denn seine Gegenwart in uns ist die Quelle des wahren Trostes, der bleibt, der vom Bösen befreit, der den Frieden bringt und die Freude wachsen lässt.“

Dass nicht nur Schreckensbilder uns den Schlaf rauben, sondern Trostbilder sich in unserer Seele tief verankern, wünsche ich uns gerade in diesen Tagen!

In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Pfarrer Ekkehard Aupperle